Rot und süß

 

 

 

ist eine meiner neuen Routinen in diesen Tagen. Wahrscheinlich stand noch in keinem meiner über 60 Sommer so regelmäßig am Nachmittag ein Stück Erdbeerkuchen auf dem Tisch. Ich vermute, das hat etwas damit zu tun, was der prominente Psychologe und Coach Dr. Christopher Rauen in seinem neuesten Coaching-Newsetter ("Coaching in Zeiten der Krise") beschreibt: "Neben der physischen Anstrengung ist auch die Regelmäßigkeit ein wichtiges psychologisches Element. Denn Krisen sorgen meist dafür, dass gewohnte (und somit stabilisierende) Muster wegfallen. Umso wichtiger sind dann regelmäßige Rituale, die uns Halt und Orientierung geben". Mein Erdbeerkuchen ist für diese Erkenntnis sicher nur ein banales Beispiel. Weil es rot und süß ist, hat es freilich auch einen Belohnungscharakter. 

 

Noch einen "Lösungsweg" nennt Rauen, um gut durch die äußere Krise zu kommen: Im Umgang mit Ängsten (und darum geht es jetzt in dieser Pandemie-Zeit) und zunehmenden Sorgen sei es eine gute Strategie, "eine innere Distanz aufzubauen, in eine Metaposition zu gehen und sich die Fragen zu stellen: "Was passiert hier gerade mit mir? Warum reagiere ich auf diese Art und Weise? Löst das wirklich mein Problem? Welches Anliegen verfolge ich wirklich?". Es gehe darum, "sich mit seinen Gefühlen konstruktiv auseinanderzusetzen, um sie letztlich annehmen zu können und ihnen damit die negative Wirkung zu nehmen ... Wir sind unseren Gefühlen nicht ausgeliefert. Sie sind zwar ein Teil von uns, aber auch genau deshalb ist die Beeinflussung von rationalen Gedanken (bzw. Kognitionen) und Emotionen immer gegenseitig. Ein achtsames Gleichgewicht ohne Scheinrationalisierungen, aber auch ohne Gefühlsüberflutung, kann daher ein erstrebenswertes Ziel sein".

 

Diese Balance wünsche ich Ihnen auf dem Weg durch die Krise.

 

 

 

Impuls des Monats © Frank Seifert (2020)

 

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